Homunculus

 

 

Willkommen zu dem Stern der Stunde
doch haltet Wort und Atem fest im Munde
ein herrlich Werk ist gleich zustand gebracht

 

- Was gibt es denn?

 

Es wird ein Mensch gemacht!


Ein Blitz strahlt durch die Fensterscheibe
es gluckst und zuckt in meinem Leibe
das Werk des Menschen ist vollbracht
mein fehlerloser Geist ist nun erwacht!

 

Ich bin die Krone der Selektion
ich bin der Mensch in Perfektion
gezeugt in einem Gläschen klein
bin ich vollkommen und rein


Homunculus, ich bin der Spiegel meiner Zeit
Homunculus, vertraut auf meine Achtsamkeit
Homunculus, ich bin die Perfektion
Schreit.... wenn ihr mir ebenbürtig seid!


Denkt ihr an das Leben,
seh´ ich schon den Tod
dämmert bei euch der morgen
scheint hier das Abendrot
betet ihr noch zu Gott
bin ich im Paradies
ich bin wie mein Meister,
das Werk eines Genies!
Homunculus….

 

 

 

 

Blutdiamanten

 

 

Blumen blühn in seinem Garten
Er wohnt in einem Schloss
Er lebt in Reichtum und in Prunk
Er sitzt auf dem hohen Ross.


Alle zollen ihm Respekt
Den hat er sich durch Geld erbracht
Braucht weder Liebe noch Familie
Er greift nur nach noch mehr Macht


Sklaven graben in den Minen
Solln dort ihre Strafe sühnen
Für den Kaiser, den selbst ernannten
Schöpfen sie Blutdiamanten


Im Dunkeln schuften sie wie Tiere
Alles was dort je geschehn
Ist zu fern für ihren Meister
Denn all das hat er nie gesehn

 

Er lud zum Mahl für seine Freunde
Mit Goldbesteck und Perlmutteller
Doch keiner seiner Gäste weiß
Von den Leichen in seinem Keller

 

Sklaven graben in den Minen
Solln dort ihre Strafe sühnen
Für den Kaiser, den selbst ernannten
Schöpfen sie Blutdiamanten


Mit der Pike in der Hand

Wird der Boden aufgerissen
Weinend flehen sie um Gnade
Doch es erhört sie kein Gewissen

 

 

 

 

Groschenroman

 

 

Pergament, gebunden in Leder
Reich verziert und nett anzuschaun.
In die Tusche tunkt die Feder,
sanftes Licht erhellt den Raum.


Jeder Tropfen, der auf die Seiten trifft,
formt in seinem Ganzen eine Schrift.
Die berichtet von Tugend und Moral,
die verherrlicht Gewalt und Qual.


Es ist ein Werk aus Menschenhand
in Worten auf Papier gebannt,
das Gottes Streben mit sich bringt,
in den Geiste eines jeden dringt

 

Es tat über gute Taten kund
Tat schlechte Taten ohne Grund
Macht ungerade Werte rund, und
verbot Ketzern zu öffnen den Mund.

 

Es ist ein Werk...


Es drehn sich Worte um dieses Werk herum
das Buch der Bücher ein Panoptikum
Es drehn sich Worte in diesem Werk herum
Die Schrift der Schriften eine Fälschung


Es ist ein Werk...

 

 

 

 

Welt in Pink

 


Ich möchte einfach vergessen
die Bilder in meinem Kopf
ich möchte verzeihen, vergeben
die Chance die da war


Ich möchte einfach wie damals
die Welt in rosa sehn
Mit den Augen eines Kindes
die Welt wieder verstehn


So wie ich einmal war, einmal sah, einsam dachte
so wie es einmal war, einfach sein, einfach denkend
dass ich gern jemand wär....der denken kann


Ich möchte immer wieder
jemand andres sein
Mein eignes Leben zu leben
fällt mir oft gar nicht ein


Und eigentlich ist es auch heute so,
dass ich gern ein neues hätt
Doch der Umtausch ist nicht möglich,
der Kassenzettel ist weg.

 

So wie ich einmal war, einmal sah, einsam dachte
so wie es einmal war, einfach sein, einfach denken,
dass das Leben einfach wär und das Sterben schwierig sei,
dass der Tod mich verschont,
dass das Leben ewig währt...


So wie ich einmal war, einmal sah, einsam dachte
so wie es einmal war, einfach sein, einfach denkend,
dass ich gern jemand wär....der denken kann

 

 

 

 

Erkenntnis

 

 

Ich glaub an eine Religion
Ohne Ablass und Inquisition
Ohne Kämpfe und Gierde nach Macht
Ohne das Streben nach geistiger Nacht

 

Ich glaub an eine Religion
Ohne Papst und Institution
Ohne Waffen und vergossenes Blut
Ist es doch mein höchtes Gut

 

Ich erblicke im Tunnel das Licht
Gibt es Gott, gibt es ihn nicht?
Nein, es gab ihn, sein Blut ist rot,
Ich seh ihn vor mir...
Ich erblicke im Tunnel das Licht
Gibt es Gott, gibt es ihn nicht?
Nein, es gab ihn, sein Blut ist rot,
Ich seh ihn vor mir - Gott ist Tot!!!

 

Im Spiegel bei Kerzenschein
seh ich Gott, so deutlich und rein
Weist den Weg, den ich gehen muss
ist's doch wegen des Lebens Überdruss

 

Ich erblicke im Tunnel das Licht
Gibt es Gott, gibt es ihn nicht?
Nein, es gab ihn, sein Blut ist rot,
Ich seh ihn vor mir...
Ich erblicke im Tunnel das Licht
Gibt es Gott, gibt es ihn nicht?
Nein, es gab ihn, sein Blut ist rot,
Ich seh ihn vor mir - Gott ist Tot!!!

 

Nun, da des Tunnels Licht vorüber ist
mich des Todes schwarzer Mund geküsst
blick ich auf, und muss erkennen,
dass alles, worauf ich mich berief
überall nur Unheil ließ
denn ich glaubte an eine Religion
voller Zorn und böser Taten
mit einem zynischen Unterton
in meinem Körper nisten Maden

 

 

 

 

Ewig

 


Es steht ein Fläschen in meinem Schrank
darin ist ein ganz besondrer Trank
der verspricht das ewige Leben
kann es etwas bessres geben?

 

Ewig jung und ewig schön
ewig in die Sterne sehen
ewig sein, ohne zu sterben

ewig blühen ohne Kerben


Ewig andere betrachten
die nach meinem Leben schmachten

die vergebens greifen nach meinem Schein

 

Denn alles andre wird vergehn
ich werde alles welken sehn
ewig bin ich dann allein

 

 

 

 

Mensch

 


Ich bin die Klinge die in deinem Rücken steckt.
Ich bin die Schlinge um deinen Hals.
Ich bin der Kuss der dich frühmorgens weckt.
In deiner Suppe bin ich das Salz.

 

Ich bin die Stimme in deinem Kopf,
die dich langsam in den Wahnsinn treibt.
Und ich bin der Medicus,
der alles wieder heilt.


Kennst du meinen Namen?
Weißt du wer ich bin?
Ich bin gut und ich bin böse,
bin hässlich und bin schön.
Hast meinen Namen schnell errraten
Wirst ihn dennoch nie verstehn
Ich bin ein Mensch, nur ein Mensch wie Du
Ich bin ein Mensch wie wir alle Menschen sind
...wie wir alle sind!


Ich bin der Gott in deinem Himmel
und der Teufel in dir selbst
Ich bin das Lied auf deinen Lippen
und die Waffe, die du in deinen Händen hältst.

 

Ich schlag die Welt in tausend Stücke
und bau sie wieder auf.
Ich genieße deine Liebe
und dann spucke ich darauf.


Kennst du meinen Namen....

 

 

 

 

Gift

 


Du hast dein Hirn verkauft um dabei zu sein
hast alles verraten für den Heiligenschein
du fütterst die Ratten mit Speck und Brot
folgst der Flöte jeden Fängers bis in den Tod


Du kommst vom Hass nicht los, willst deine Wut befrein
dein armes kleines Herz wird langsam zu Stein
die Unschuld muss zahlen den hohen Preis
der dich befriedigt und Leben zerreißt


Für solche wie dich streuen wir unser Gift
wegen Leuten wie dir kam der Hass an die Macht
wegen solchen wie dir kann das Unkraut wachsen
für solche wie dich streuen wir unser Gift


Gift für die Ratten
Gift für das Unkraut
Gift für die Massen
Gift für das Volk


Wir sind das Gift....Gift...Gift....
für Euch!

 

 

 

 

Am Ende

 

So viele Tage, Wochen, Jahre
alle für mich, für dich, für nichts
ich sehe heute, gestern, morgen
doch dieses Morgen gibt’s nicht mehr


Und Am Ende ist es doch vergebens!
Ich weiß ich geh allein...
Und Am Ende ist es doch vergebens!
Ich weiß ich geh allein


Ändern kann ichs nicht,
will ich nicht, gegen mich
Ihr seht mich, ruft mich
kommen werd ich nie
Vergessen werd ich nie
Vergessen werd ich nie!

 

 


 

Ich

 


Entsprungen aus Traum und Fantasie
Geschaffen mit Kraft und Energie
Ist es der Grundstein meiner selbst.

 

Reflektierend und klirrend still
Gar normal und doch so schrill
Ist es der Spiegel meiner Selbst.

 

Mal flüstert´s, haucht es in mein Ohr
Stimmer meiner Selbst.
Mal fleht es, ruft mich laut wie Chor
Ich.
Es umgibt mich
Es durchdringt mich
Es ist Ich

 

Ist meine Aura, mein Lebensgarten
kleiner Fleck, der mich umgibt.
Alles andere muss draußen warten
Denn egal was auch geschieht:

Hier bin ich Ich,
hier darf ich sein
Hier bin ich Herr,
hier bin ich mein.
Hier bin ich Mitte
und Rand zugleich
bin nur ein Zwinkern
und Ewigkeit

Bin ich schwarz und weiß,
bin warm und kalt,
bin Sommer, bin Winter,
bin jung und alt.



 

Alpha-Omega


Du öffnest die Augen,
machst den ersten Schritt.
Lernst Sprechen und Schreiben
und hast Erfolg damit
Du gehst einen Weg,
den keiner die weist.
Besteigst einen Berg,
der Leben heißt.

Und eines Tages blickst Du zurück
Du siehst viele Farben, aber kein echtes Glück
siehst Gutes, siehst Schlechtes
siehst Tag und siehst Nacht.
Doch dein Herz stellt die Frage:
Was hat es gebracht?

Fade Schatten um Dich herum
Sie kommen und gehen – woher, wohin, warum?
Genau wie sie jagst Du dem Leben nach,
Doch findest Du nichts davon,
Was man Dir einst versprach.

Und eines Tages blickst Du zurück
Du siehst viele Farben, aber kein echtes Glück
siehst Gutes, siehst Schlechtes
siehst Tag und siehst Nacht.
Doch Dein Herz stellt die Frage:
Was hat es gebracht?

Du hast ein Leben, was dir nichts gibt
Du kennst keinen Menschen, der wirklich liebt
Umsonst sind die Tränen, die Du vergießt
Deine Zeit rennt davon, bis Du die Augen schließt.

 

Doch eines Tages schaust Du zurück
und erkennst all die Lügen Stück für Stück
Kein Schicksal, kein Gott, der dir befiehlt.
Am Ende stellt dir dein eigenes Herz das Ziel




 

Allmächtig


Sie sagen, Du wärst gütig.
Sie sagen, Du wärst liebevoll.
Sie sagen, Du wärst mächtig
und, dass Du für uns sorgst.

Sie sagen, dass Du gut bist,
dass Du Gebete hörst.
Doch tausend sind gestorben,
die Miene flehentlich verzerrt.

Man hört auch, dass Du Frieden säst
und Liebe, Glück und Mut.
Doch ich muss sehen, wie es ist:
von Mensch und Tier fließt zu viel Blut.

Oh, Du großes Wesen
bist Du taub und blind?
Oder bist Du einfach grausam wie ein Kind?
Oh, Du Lichtgestalt,
lässt uns im Dunkeln stehen.
Darum wehren wir uns
Deinen Weg zu gehen.

All jene, die verachten,
was man das Gute nennt,
sie dürfen modern, plündern, quälen
und keine Strafe wird verhängt.

Oh, allmächtig Wesen.
Die Erde ist so rot.
Muss ich erst von der Welt vergehen,
auf dass ich Schönheit find?

Oh, Du großes Wesen….

Du starbst, als Du den Menschen schufst.
Bist tausend Jahr schon tot.
Warfst uns in die kalte Nacht,
darum haben wir Dich umgebracht!




 

Festtag


Zwei Runden um die Sonne lang,
kam über uns die Dunkelheit.
Doch aus Ketten nun befreit
ertönt laut dieser Prachtgesang.

Getarnt mit des Engels Hauptespracht,
war sie ein wahres Teufelsweib.
Sie zog mit uns in eine Schlacht.
Sie hatte Luzifer in ihrem Leib.

Refr.:
Das Holz wurde herangebracht,
Der Mob will sehn die Feuerpein,
Die Fackel nun das Holz entfacht,
Die Flammen waschen ihre Seele rein.

Hexe, Hexe, Hexe

Kam sie über uns herein
verdunkelte das Weltendach,
Ein töricht Bastard unterdessen,
ließ sie in sein Schlafgemach.

Sie nahm ihm eiskalt den Verstand,
der Taube musste er entschwinden,
Hat seinen guten Geist gebannt,
das Tollhaus wird ihn sicher finden.

Refr.:
Das Holz wurde herangebracht,
Der Mob will sehn die Feuerpein,
Die Fackel nun das Holz entfacht,
Die Flammen waschen ihre Seele rein.

Der Opfer viele sie gemacht,
auf der Achse sie dahingeschieden,
folgt nun eine Zeit voll Frieden,
und wir sind da mit neuer Kraft!

Refr.: Das Holz….

 

 

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